Xoloitzcuintle â anpassungsfĂ€higer Exot auf vier Tatzen
02.01.2025 - Lesedauer: 4 Minuten

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Das Wichtigste zuerst: Dieser Hund wird âTscholo-isquintelâ ausgesprochen. Wenn du dich intensiver mit dem Wesen befasst, das sich hinter diesem mexikanischen Namen verbirgt, wirst du einen freundlichen und wĂŒrdevollen Familienhund kennenlernen, der auch als Wachhund gute Dienste leistet. Denkst du darĂŒber nach, einen familienfreundlichen Hund zu adoptieren, der fĂŒr Menschen mit einer Tierhaar-Allergie geeignet sein kann, könnte der Xoloitzcuintle zu dir passen.
Der Hund des Gottes Xolotl
Auch wenn der Xoloitzcuintle (kurz Xolo) in unseren Regionen eher unbekannt ist, begleitet dieser Hund den Menschen seit Tausenden von Jahren. Er wurde bereits von den Azteken gehalten und gezĂŒchtet. Sein Name bedeutet ĂŒbersetzt: âHund des Gottes Xolotlâ. Der Xolo wurde nicht als reines Arbeitstier gehalten, sondern diente den Menschen als Heiler (angeblich konnte er von der ErkĂ€ltung bis zum Rheumatismus alles heilen), WĂ€chter, JĂ€ger und BettwĂ€rmer.
Charakter des Xoloitzcuintle
Diese Rasse bindet sich eng an ihre Familienmitglieder: Erhalten die Tiere von dir nicht genĂŒgend Aufmerksamkeit oder langweilen sie sich, kann sich dies in zerstörerischem Verhalten Ă€uĂern. Allerdings ist der Xoloitzcuintle so charmant und einnehmend, dass es dir leicht fallen wird, ihm die Aufmerksamkeit zu schenken, die er sich von dir wĂŒnscht.
Als Welpe zeigt sich der Xolo als ausgelassenes, verspieltes Tier, das viel BeschĂ€ftigung braucht. Diese aktive Phase dauert bis weit in die PubertĂ€t hinein an. Im Alter von etwa zwei Jahren werden die meisten Xoloitzcuintles deutlich ruhiger: Sie gehen zwar immer noch gern spazieren und wandern und möchten vielleicht sogar weiterhin Agility- oder Tricktraining machen, aber erwachsene Tiere sind deutlich sesshafter. Sie lieben es, im Haus herumzuliegen und in der Sonne zu dösen. Bewegung ist nach wie vor wichtig â jedoch eher, um sie fit und gesund zu halten, als um sie davor zu bewahren, Unsinn anzustellen.
Xoloitzcuintle: Haltung und Erziehung
Der lebhafte Xoloitzcuintle wird mit groĂer Freude an Agility-Trainings teilnehmen oder dich auf ausgedehnten SpaziergĂ€ngen begleiten. Wenn du mit deinem Hund zudem ausreichend spielst, erhĂ€ltst du einen ruhigen und angenehmen Begleiter, den du gut in der Wohnung halten kannst.
Er kommt in der Regel gut mit Kindern aus, die ihn respektvoll behandeln, und kann auch in einer friedlichen Koexistenz mit anderen Hunden oder sogar Katzen leben, solange sie gemeinsam aufgezogen wurden. Auch Nagetiere oder Vögel haben dann nichts vor ihm zu befĂŒrchten, obwohl der XoloÂ ĂŒber einen gewissen Jagdinstinkt verfĂŒgt. Dieser ist allerdings nicht so ausgeprĂ€gt wie bei Jagdhunderassen.
Besonders in ihren ersten Lebensjahren benötigen die Xoloitzcuintles viel Aufmerksamkeit und eine gute Erziehung. Sozialisierung ist fĂŒr diese Rasse, die Fremden gegenĂŒber misstrauisch und vorsichtig reagieren kann, Ă€uĂerst wichtig. Beginne bereits im Welpenalter damit und setze diese wĂ€hrend des gesamten Lebens des Hundes fort.
Xolos sind in der Regel sehr intelligent und wollen gefallen, aber ihre natĂŒrliche UnabhĂ€ngigkeit und ihr sturer Charakter erschweren unerfahrenen Hundefans die Erziehung. Die meisten Xolos sind jedoch hochgradig nahrungsmotiviert und eignen sich gut fĂŒr ein Training mit positiver VerstĂ€rkung. Da sie sich ihren Menschen emotional eng verbunden fĂŒhlen, kommen sie allerdings nicht gut mit Bestrafungen zurecht und neigen dazu, abzuschalten, wenn du dich frustriert oder verĂ€rgert zeigst.
Der Xoloitzcuintle eignet sich hervorragend als Wachhund und wird dich auf alle seltsamen Vorkommnisse in und um dein Haus aufmerksam machen.
Trotz seines wenigen bis gar nicht vorhandenen Fells ist der Xoloitzcuintle ein erstaunlich robuster Hund, der sich durch natĂŒrliche Auslese und nicht durch den Einfluss des Menschen entwickelt hat. Er kommt in jedem Klima klar, sollte jedoch die Möglichkeit haben, sich in den Sommermonaten jederzeit in den Schatten zurĂŒckziehen zu können bzw. im Winter durch einen Hundemantel geschĂŒtzt werden.
Xoloitzcuintle: Pflege
Obwohl die haarlose Variante am bekanntesten ist, gibt es den Xolo auch mit Haaren. Die behaarten Xoloitzcuintle tragen ein kurzes, glattes Fell, das den gesamten Körper bedeckt. Die Pflege des Xoloitzcuintle könnte unkomplizierter nicht sein: Die behaarte Variante musst du gelegentlich baden und bĂŒrsten, die unbehaarte Variante muss nicht gebĂŒrstet werden, allerdings benötigt sie hĂ€ufiger BĂ€der, um Fettablagerungen auf der Haut zu entfernen. Creme deinen Xoloitzcuintle danach mit einer feuchtigkeitsspendenden Lotion, beispielsweise nicht fettender Handcreme, ein. Einige, besonders hellere Xoloitzcuintle benötigen möglicherweise ein fĂŒr Haustiere geeignetes Sonnenschutzmittel, da sie empfindlich auf zu viel Sonneneinstrahlung reagieren.
Besonderheiten des Xoloitzcuintle
Der Xoloitzcuintle kann sich fĂŒr Menschen mit einer Hundehaar-Allergie eignen â je nachdem, ob die Allergikerin bzw. der Allergiker auf Hundehaare oder auf Hundeschuppen reagiert. Der Xoloitzcuintle ist zwar haarlos bzw. verfĂŒgt ĂŒber ein sehr kurzes Haar, jedoch bringt er viele Hautschuppen mit. Verbringe Zeit mit einem Xolo (am besten in dessen Zuhause) und teste vor der Adoption, ob du allergisch auf den Hund reagierst.
Ăbrigens: Der haarlose Xoloitzcuintle hechelt nicht. Er transpiriert durch seine Haut.
SteckbriefXoloitzcuintle
Rasse: | Xoloitzcuintle |
Herkunft: | Mexiko |
Klassifikation: | Urtyp, FCI-Gruppe 5, Sektion 6, Standard-Nr.: 234 |
GröĂe: | Miniatur: 25 bis 35 Zentimeter Widerristhöhe, Mittel: 36 bis 45 Zentimeter, Standard: 46 bis 60 Zentimeter; bei Wettbewerben wird der Hund nach VarietĂ€t unterschieden und bewertet |
Gewicht: | VarietĂ€t 1: 2 bis 9 Kilogramm, VarietĂ€t 2: 10 bis 17 Kilogramm, VarietĂ€t 3: 18 bis 25 Kilogramm, jeweils HĂŒndin und RĂŒde |
Körperbau: | schlank, muskulös |
Augen: | mandelförmig, mittelgroĂ, dunkelbraun bis gelblich |
Ohren: | fledermausartig, groĂ, weit auseinanderstehend |
Fell und Farbe: | VarietÀt 1: kein Fell, wobei einige Hunde vereinzelte Haare auf dem Kopf haben, die Haut ist faltig und schwarz, bronze, schiefergrau, braun, ggf. mit kaffeefarbenen oder rosa Flecken, VarietÀt 2: kurzes Fell in denselben Farben wie bei VarietÀt 1, bei Wettbewerben wird der Hund nicht nach der FellvarietÀt unterschieden |
Fellpflege: | Schutz vor Sonnenbrand bei helleren Nackthunden, bei behaarten Hunden ab und an BĂŒrsten |
Charakter | wendig, bewegungsfreudig, liebevoll, intelligent, friedlich, verspielt |
Besonderheiten: | gilt seit August 2016 als Kulturerbe Mexikos und ist Symbol von Mexiko Stadt |